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Bürgerbeteiligungen Solarpark

Wie Bürger und Kommunen von Solarparks profitieren können

Solarpark mit Trafostation

Photovoltaik gehört in Deutschland längst zum Alltag: Immer mehr Solarparks entstehen in unserer Umgebung. Viele Anwohnende fragen sich zurecht: Was bringt mir das eigentlich konkret?

Ein Solarpark ist weit mehr als nur ein Beitrag zur Energiewende und sauberen, klimafreundlichen Stromerzeugung. Er kann finanzielle Vorteile für Gemeinden schaffen, Beteiligungsmöglichkeiten für Bürger eröffnen und langfristig zu stabileren Strompreisen beitragen. Die wichtigsten direkten und indirekten Vorteile im Überblick:

 

Direkte Vorteile: Finanzielle Beteiligung und konkrete Erträge

Wer direkt von Freiflächen-Photovoltaik profitieren möchte, hat verschiedene Möglichkeiten, sich finanziell zu beteiligen. Solche Beteiligungsmodelle steigern nicht nur die Akzeptanz, sondern machen die Bürger zu aktiven Mitgestaltern der regionalen Energiewende.

  • Grundstücke verpachten: Eigentümer geeigneter Flächen können diese langfristig für den Betrieb von Freiflächen-PV-Anlagen (meist 25–30 Jahre mit Verlängerungsoption) verpachten und so attraktive und stabile regelmäßige Einnahmen erzielen.
  • Bürgerbeteiligung als Geldanlage: Anwohnende können sich im Rahmen einer Schwarmfinanzierung bereits mit kleinen Beträgen (ab 1.000 Euro) und zu attraktiven Konditionen am Erfolg der Solarparks beteiligen, beispielsweise in Form eines qualifizierten Nachrangdarlehens. In der Regel haben direkt Anwohnende Vorrang bei der Zeichnung, bevor die Beteiligungsrunde für andere Interessierte geöffnet wird, wobei es ein begrenztes Zeichnungsvolumen gibt und auch nur während eines bestimmten Zeitraums gezeichnet werden kann.
    Die konkreten Konditionen entscheiden sich je nach Anbieter und Kapitalmarktzins und liegen im Frühjahr/Sommer 2026 bei Greenovative beispielsweise bei jährlich 4,5 Prozent. Die Laufzeit beläuft sich in diesem Fall auf 10 Jahre, mit jährlicher Zinsausschüttung und einer jährlichen Kündigungsmöglichkeit ab dem 5. Jahr. Bei großen Solarpark-Projekten sind auch Sonderlösungen möglich, zum Beispiel Kooperationen mit Bürgerenergiegesellschaften oder Minderheits-Beteiligungen.
  • Indirekte finanzielle Entlastung: In Einzelfällen profitieren Anwohnende zusätzlich durch lokale Stromboni. Dabei können berechtigte Bürger einen Zuschuss zur Stromrechnung erhalten, wenn sie einen Grünstrom-Tarif haben und sich in einem bestimmten Zeitraum unter Einhaltung der Vorgaben des Anbieters darum bewerben.

 

Indirekte Vorteile: Stärkung der Region und nachhaltige Entwicklung

Auch ohne direkte Beteiligung profitieren Bürger langfristig von den Solarparks in ihrer Umgebung.

  • Stärkung der Kommunen: Nach § 6 des EEG 2023 werden Standortgemeinden im Rahmen der sogenannten „kommunalen Beteiligung“ finanziell an den Erlösen der Solarparks beteiligt. Zum Teil gibt es in bestimmten Bundesländern zusätzliche gesetzliche Regelungen für entsprechende Abgaben. Zusammen mit den Gewerbesteuerzahlungen fließen diese Mittel in den kommunalen Haushalt und schaffen finanziellen Spielraum für unterschiedliche öffentliche Ausgaben.
  • Regionale Wertschöpfung: Der Bau und die Wartung von Anlagen schaffen Aufträge für regionale Firmen, wie beispielsweise für Schäfer oder lokale Grünpfleger.
  • Stabile, dezentrale Energieversorgung: Solarparks speisen Strom in der Regel direkt ins regionale Verteilernetz ein. Dadurch müssen weniger große Strommengen über weite Strecken transportiert werden, so dass der regional erzeugte Strom die Netze entlastet. Zudem trägt der regionale Sonnenstrom langfristig zu stabileren Energiepreisen bei.
  • Mehr Unabhängigkeit: Der Ausbau erneuerbarer Energien verringert die Abhängigkeit von fossilen Importen und globalen Energiekrisen.
  • Umwelt und Naturschutz: Solarparks fördern die Biodiversität auf der Fläche, schaffen Rückzugsraum für Insekten und Kleintiere und leisten darüber hinaus einen wichtigen Beitrag zur Reduktion von CO₂-Emissionen.

 

Fazit

Solarparks bieten weit mehr als nur klimafreundliche Stromerzeugung. Besonders durch Bürgerbeteiligungen entstehen konkrete finanzielle Chancen für Menschen vor Ort, aber auch überregional. Gleichzeitig können Kommunen wirtschaftlich und ökologisch profitieren, etwa durch zusätzliche Einnahmen und eine stabilere Energieversorgung.

 

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